10.11.2015
Kategorie: Arbeitsrecht

Mehr Urlaubstage für ältere Arbeitnehmer: Keine Altersdiskriminierung


Eine Ungleichbehandlung von jüngeren und älteren Arbeitnehmern kann gerechtfertigt sein, wenn dies dem Schutz der älteren Arbeitnehmer dient und zur Zielerreichung geeignet, erforderlich und angemessen ist. Laut Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 21. Oktober 2014 (nachzulesen auf www.bundesarbeitsgericht.de) ist die Gewährung von zusätzlichen Urlaubstagen an ältere Arbeitnehmer keine unzulässige Diskriminierung jüngerer Beschäftigter. Die beklagte Arbeitgeberin gewährt Arbeitnehmern nach Vollendung des 58. Lebensjahres zwei zusätzliche Urlaubstage. Dies sei dadurch begründet, dass ältere Arbeitnehmer aufgrund der körperlich anstrengenden Tätigkeit in der Schuhfertigung mehr Erholungszeiten bräuchten. Die Klägerin, geboren 1960, sah diese Regelung als altersdiskriminierend an und begehrte die Feststellung, dass auch ihr zwei Urlaubstage mehr zustehen. Die Klage hatte vor dem Bundesarbeitsgericht, wie auch in den Vorinstanzen, keinen Erfolg. Der Arbeitgeber hat bei der Bewertung, ob eine Ungleichbehandlung gemessen an ihrem Zweck geeignet, erforderlich und angemessen ist, ein Einschätzungsvorrecht. Bei der fraglichen Urlaubsregelung habe die beklagte Arbeitgeberin ihren Gestaltungs- und Ermessensspielraum nicht überschritten. Damit sei eine Gewährung von zwei zusätzlichen Urlaubstagen an ältere Beschäftigte sachlich gerechtfertigt und somit keine Altersdiskriminierung gegenüber jüngeren Beschäftigten. Bundesarbeitsgericht Urteil vom 21. Oktober 2014 - 9 AZR 956/12 - Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz Urteil vom 7. September 2012 - 6 Sa 709/11 – Krankengeld: Ist die Zeit der Entgeltfortzahlung nach sechs Wochen abgelaufen und der Beschäftigte weiterhin arbeitsunfähig krankgeschrieben, erhält dieser Krankengeld von seiner Krankenkasse. Auch bei einem stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung auf Kosten der Krankenkasse besteht Anspruch auf Krankengeld. Die Höhe des Krankengeldes beträgt grundsätzlich 70% des regelmäßigen Arbeitseinkommens und wird längstens für die Dauer von 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren gewährt. Das Krankengeld ist in den §§ 44 ff. SGB V geregelt.


 
Letztes Update dieser Seite:  8. April 2015