10.10.2012
Kategorie: Arbeitsrecht

Beleidigung des Arbeitgebers auf „Facebook“: Fristlose Kündigung!


Das Landesarbeitsgericht Hamm hat in seiner Entscheidung vom 10.10.12 (Aktenzeichen 5 Sa 451/12), nachzulesen auf beck-aktuell.de, klargestellt, dass die Beschimpfung des Arbeitgebers auf „Facebook“ sogar bei einem Auszubildenden zur fristlosen Kündigung führt, obwohl dieser dem besonderen Kündigungsschutz unterliegt.

Im vorliegenden Fall hatte die beklagte Arbeitgeberin Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des Arbeitsgerichtes Bochum eingelegt, dass zwar die Beleidigung dieser bejahte, dennoch die außerordentliche Kündigung für unwirksam erklärte. Im Juni 2011 hatte der Kläger auf seinem „Facebook“-Profil die Arbeitgeberin als „Menschenschinder und Ausbeuter“ und sich selbst als „Leibeigener“ bezeichnet. Dies hatte prompt die fristlose Kündigung des Ausbildungsverhältnisses zur Folge gegen die der Kläger klagte. Das Arbeitsgericht Bochum erklärte in seinem Urteil die Kündigung noch für unwirksam, da von einer mangelnden Ernsthaftigkeit und fehlenden Reife auszugehen ist und zudem zuvor keine Abmahnung durch den Arbeitgeber erteilt wurde.

Dies hat das Landesarbeitsgericht nun aber abgeändert und deutlich gemacht, dass der Auszubildende nicht hätte annehmen dürfen, dass die Äußerungen keinerlei Wirkung auf den Bestand seines Ausbildungsverhältnisses haben. Auch weil die Beleidigungen einer Vielzahl von Personen zugänglich waren. Somit entschied das Landesarbeitsgericht, dass die Kündigung, trotz fehlender vorheriger Abmahnung, wirksam sei.

LAG Hamm, Entscheidung vom 10.10.2012 -5 Sa 451/12-

Vorinstanz: Arbeitsgericht Bochum, Urteil vom 29.03.2012 - 3 Ca 1283/11 -


 
Letztes Update dieser Seite:  8. April 2015